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Juli 2017 – Die „Gesundheitsmeile“ war ein voller Erfolg
Am Freitag, den 30. Juni, fand entlang des Osttores in Münster-Hiltrup erstmals die „Gesundheitsmeile“ statt. Auch unsere Praxis war vertreten. Frau Rasol und ihr Team informierten dabei über den Zusammenhang der „Volkskrankheiten“ Parodontitis und Diabetes mellitus.
Abschließend können wir eine absolut positive Resonanz der Veranstaltung ziehen. Sie fand bei allen Besuchern großen Anklang. Die auf der Gesundheitsmeile durchgeführten Gespräche mit den Interessenten und Patienten ergaben viele wertvolle Erkenntnisse. Vor allem hat sich klar gezeigt, dass ein dringender Aufklärungsbedarf zu einer Reihe von Themen besteht:
Parodontitis und Allgemeingesundheit
In welchem Zusammenhang stehen Parodontitis (Mundgesundheit) und systemische Erkrankungen?
Verbreitung von Diabetes und Parodontitis in Deutschland (Epidemiologie)
Diabetes: Bei Diabetes liegt Deutschland im europäischen Vergleich mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus an zweiter Stelle (95 Prozent davon haben Typ-2- Diabetes, die Dunkelziffer wird auf etwa 2 Millionen Menschen geschätzt.)
Parodontitis: Auch, wenn die letzte Deutsche Mundgesundheitsstudie in Deutschland weniger Parodontitisfälle verzeichnet als noch vor 10 Jahren, ist die absolute Anzahl der Patienten mit einer schweren Parodontitis mit etwa 11,5 Millionen weiterhin sehr hoch.
„Diabetes und Parodontitis – ein gefährliches Duo“: Vor allem der Zusammenhang zwischen den beiden „Volkskrankheiten“ Parodontitis und Diabetes war für sehr viele Patienten ein absolutes Neuland. Sie waren sehr verwundert über die Erkenntnis, dass beide Erkrankungen sich gegenseitig beeinflussen und ein „gefährliches Duo“ bilden.
Einerseits führen hohe Blutzuckerwerte zu einem höheren Risiko für Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Umgekehrt beeinflusst die Mundgesundheit jedoch auch den Diabetes: Die Parodontitisbakterien können die Wirkung von Insulin verringern. Somit kann die Parodontitis den Blutzuckerwert verschlechtern und die Einstellung des Blutzuckers stören bzw. erschweren. Diabetes lässt sich leichter einstellen und kontrollieren, wenn der Mund gesund und möglichst entzündungsfrei ist. Bei Patienten mit Diabetes ist die Mundgesundheit demnach besonders wichtig.
Was können Diabetiker für ihre Zahngesundheit tun? Unsere Tipps:
- Achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege.
- Reinigen Sie täglich auch die Zahnzwischenräume (mit Zahnseide und/oder Interdentalbürstchen, wir beraten Sie individuell).
- Nehmen Sie Ihre regelmäßigen Kontrolltermine in unserer Praxis wahr.
- Lassen Sie in individuell abgestimmten Zeitabständen eine professionelle Zahnreinigung durchführen.
- Falls bereits eine Parodontitiserkrankung besteht, ist nicht nur eine konsequente Behandlung erforderlich, sondern ebenso eine regelmäßige Nachsorge (mehr dazu unten).
- Hohe Anzahl der Erkrankungen in der Bevölkerung (daher „Volkskrankheiten“)
- Chronischer und zum Teil symptomfreier Verlauf (auch eine Parodontitis wird von Patienten daher oft nicht bemerkt)
- Auftretende Folgeerkrankungen (Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit)
- Minderung der Lebensqualität
- Von chronischer Parodontitis sind fast immer mehrere, nicht selten sogar alle Zähne betroffen.
- Durch die Entzündung bildet sich Zahnfleisch zurück, Zahnhälse werden freigelegt, die Kieferknochensubstanz bildet sich zurück. Daher findet die Zahnwurzel keinen ausreichenden Halt mehr: Der Zahn lockert sich, fängt an zu wackeln und muss gegebenenfalls entfernt werden.
- Es reicht bereits aus, dass infolge der Parodontitis ein einzelner brücketragender Zahn keinen Halt mehr findet: Die gesamte Brücke ist dann in Gefahr.
- Analog ist die Situation bei Implantaten: Durch die Knochenschädigung können Implantate ihren Halt im Knochen verlieren.
- Parodontitis gehört bei Erwachsenen zu den häufigsten Ursachen für den Zahnverlust.
Auch waren viele Besucher überrascht darüber, wie viele Parallelen zwischen beiden Erkrankungen vorhanden sind, zum Beispiel:
Parodontitis und Zahnersatz (Prothetik)
Viele Patienten glauben, dass eine Parodontitis nur die natürlichen Zähne betrifft und bei Zahnersatz – egal, ob Kronen, Brücken oder Implantaten – kein Handlungsbedarf besteht. Weit gefehlt!
Vorbeugung und Nachsorge einer Parodontitis
Es gab auch viele Fragen dazu, ob die professionelle Zahnreinigung wirklich eine effektive Vorbeugungsmaßnahme gegen Parodontitis darstellt und wie häufig sie bei einer bestehenden Parodontitis durchgeführt werden sollte.
Hauptverantwortlich für Karies und Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge (Plaque). Plaque ist ein „Biofilm“, der sich täglich neu bildet. Die darin vorhandenen Bakterien produzieren neben Säure, die den Zahnschmelz angreift, auch Giftstoffe. Deshalb ist die regelmäßige und gründliche Entfernung von bakteriellen Zahnbelägen eine wichtige Voraussetzung, um Zähne und Zahnfleisch langfristig gesund zu erhalten.
Warum regelmäßige Nachsorge so wichtig ist
Viele Patienten glauben, dass die einmalige Parodontitistherapie für immer ausreicht und keine weiteren Maßnahmen notwendig sind. Tatsächlich kann eine Parodontitis als chronische Entzündung immer wieder auftreten. Deshalb ist eine engmaschige Nachsorge wichtig, um den Erfolg der Behandlung auf lange Sicht zu bewahren. Unsere Praxis wendet hierbei sogar ein wissenschaftliches Konzept an: die Unterstützende Parodontitistherapie (UPT).
Weitere interessante Fragen
Viele Fragen ergaben sich zur richtigen Mundhygiene und Zahnputztechnik: Welche Technik ist die richtige (Informationen aus dem Internet widersprechen sich häufig), welche besonderen Zahnpasten sind bei Allergien gegen die in den üblichen Zahnpasten enthaltenen Zusatzstoffe zu empfehlen?
Kommen Sie gerne auf uns zu
Sie haben weitere Fragen dazu oder haben die Veranstaltung verpasst? Selbstverständlich beraten wir Sie gern zu diesen Themen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.